Pferderhaftpflicht – Vergleich und Tests online

Pferdehaftpflichtversicherung

Die Pferdehaftpflichtversicherung ist ein Produkt, das sich in Deutschland einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut. In der privaten Haftpflichtversicherung sind nämlich nur Schäden versichert, die durch kleinere Tiere entstehen – zum Beispiel Hamster oder Katzen. Für Pferde und Hunde muss zusätzlich eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Sie kommt für alle Schäden auf, die das Tier anderen Personen oder fremden Wertgegenständen zufügt. Auch reine Vermögensschäden, in erster Linie ein Verdienstausfall, sind abgedeckt.

Pferdehaftpflichtversicherung sinnvoll?

Anders als die Hundehaftpflicht, die in mehreren Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben ist, ist eine Pferdehaftpflichtversicherung bislang keine Pflicht. Stiftung Warentest empfiehlt aber ausdrücklich:

Hunde- und Pferdebesitzer sollten kein finanzielles Risiko eingehen und eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abschließen.

Die Pferdehaftpflichtversicherung ist deshalb so wertvoll, weil der Besitzer nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch für alle Schäden haftet, die durch das Tier entstehen. Ob sich der Halter selbst schuldig macht, ist völlig unerheblich. So muss der Besitzer auch dann geradestehen, wenn ein Zaun einen Ausbruch des Tieres verhindern sollte oder eine andere Person mit der Betreuung des Pferdes beauftragt war. Durch die sogenannte Gefährdungshaltung genügt allein der Besitz des Pferdes aus, um im Ernstfall die Konsequenzen übernehmen zu müssen. Eine Ausnahme gilt nur für Nutztierhalter in der Landwirtschaft, die eine Möglichkeit haben, sich selbst zu entlasten.

Zwischen 40 und 50 Stundenkilometer erreicht ein schnelles Pferd im Galopp. Gehen mit dem Tier „die Gäule durch“ und läuft es beispielsweise unkontrolliert auf die Straße, ist eine Katastrophe unausweichlich. Werden andere Personen verletzt oder sogar getötet, ist dies schlimm genug. Eine Pferdehaftpflichtversicherung sorgt immerhin dafür, dass dem Pferdehalter keine zusätzlichen finanziellen Sorgen entstehen. Ohne eine Absicherung kann bei zum Teil siebenstelligen Schäden die eigene Existenz erschüttert werden. Dagegen kostet ein günstiger Versicherungsschutz nach Angaben von Stiftung Warentest nicht einmal 100 Euro im Jahr.

Pferdehaftpflichtversicherung Checkliste

Der Versicherer leistet nach einer Prüfung des Falls nicht nur Schadenersatz, sondern wehrt darüber hinaus auch unberechtigte Forderungen ab. Es ist also zusätzlich zur Haftpflichtdeckung ein passiver Rechtsschutz vorhanden.

Der Bund der Versicherten, Stiftung Warentest und das Verbraucherforum informieren darüber, welche Leistungen im Einzelnen wichtig sind. Die wichtigsten Details der Pferdehaftpflichtversicherung im Überblick:

  • Versicherungssumme von mindestens fünf Millionen Euro empfehlenswert

Schutz im Ausland: In Europa sollte das Tier unbegrenzt, bei Aufenthalten außerhalb Europas weltweit bis zu einem Jahr abgesichert sein.

  • Reitbeteiligung: Beteiligt ein Besitzer eine andere Person an der Pflege oder dem Reiten des Tieres, sollte die Haftung während dieser Zeit bestehen bleiben. Das Modell der Reitbeteiligung ist meistens auf Dauer konzipiert, für die Nutzung des Pferdes erhält der Besitzer eine meistens monatliche Zahlung. Dafür sollte er sicherstellen, dass Schäden während der Reitbeteiligung über seine Police abgesichert sind.

Auch das einmalige Hüten oder Reiten des Tieres durch Bekannte sollte in der Pferdehaftpflichtversicherung selbstverständlich sein.

  • Mitversicherung von Flurschäden, wenn das Tier durch Trampeln oder Beißen die Weide oder Bäume beschädigt

Forderungsausfalldeckung: Wenn ein Kunde selbst Geschädigter ist, kann es sein, dass der Verursacher nicht haftbar gemacht werden kann. Für einen solchen seltenen Fall ist eine Forderungsausfalldeckung wichtig: Statt einer fremden Pferdehaftpflichtversicherung kommt der eigene Anbieter für die erlittenen Schäden auf. Das gilt auch, wenn die gegnerische Partei unterversichert war.

  • Deckakte, egal ob geplant oder ungewollt, sind ebenfalls durch eine gute Pferdehaftpflichtversicherung versichert. Juristisch handelt es sich um die „Beschädigung von fremdem Eigentum“. Deshalb müsste der Halter ansonsten für die Aufzucht von fremden Fohlen mit seinem Vermögen einstehen.

Fohlen sollten mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr lang über die Pferdehaftpflichtversicherung der Mutter kostenlos abgesichert sein. Erst danach sollte das Jungtier eine eigene Police benötigen.

Stiftung Warentest: Pferdehaftpflicht im Test

Im Finanztest 4/2016 nahm Stiftung Warentest erstmals Pferdehaftpflichtversicherungen unter die Lupe. Die Verbraucherschützer testeten 94 Produkte von 51 Anbietern, die allesamt bestimmte Mindestanforderungen erfüllen mussten. Der von der Stiftung Warentest definierte Grundschutz sieht eine Versicherungssumme von mindestens 5 Millionen Euro vor. Nicht bei allen Angeboten sind auch Schäden abgesichert, die sich unter der Beaufsichtigung eines fremden Hüters oder beim Ausritt eines fremden Reiters ereigneten.

Die Experten stellen die preiswerten Pferdehaftpflichtversicherungen vor, ohne explizit ein Qualitätsurteil für die Leistungen zu treffen. Da jedoch alle Angebote zumindest ein gutes Grundniveau bieten, können sich Verbraucher durchaus an den Empfehlungen orientieren. Trotzdem kann es sinnvoll sein, zusätzlich die Versicherungsbedingungen im Einzelnen zu checken.

Stiftung Warentest testete für ausgewachsene Pferde, Ponys können zu günstigeren Konditionen abgesichert werden. Zudem gewähren die Anbieter bei mehreren Tieren Rabatte. Die beiden günstigsten Versicherer einer Pferdehaftpflichtversicherung stammen aus dem Norden Deutschlands: Die Gegenseitigkeit Versicherung Oldenburg (GVO) und die NV-Versicherungen von der ostfriesischen Küste sind der Konkurrenz preislich voraus. Mit einer Versicherungssumme von fünf Millionen Euro ist eine Versicherung für Pferdehalter für unter 100 Euro im Jahr zu haben. Sollen bis zu 10 Millionen Euro abgesichert werden, kostet dies pro Monat einen Aufschlag von einem Euro. Neben dem Preis ist wichtig, dass auch die Leistungen der beiden Angebote in Ordnung sind. So sind alle wichtigen Kriterien aus der Checkliste erfüllt. So sind etwa Fremdreiter sowie Deck- und Flurschäden inklusive. Teurere Tarife unterscheiden sich vor allem durch eine höhere Versicherungssumme von teilweise bis zu 30 Millionen Euro.

Mehr dazu unter http://www.testergebnisse.org/versicherung/pferdehaftpflichtversicherung-test/

Günstigste Pferdehaftpflichtversicherungen laut Stiftung Warentest:

Versicherer Tarif Jahresbeitrag mit 5 Millionen € Versicherungssumme Jahresbeitrag mit 10 Millionen € Versicherungssumme
GVO Smart and Easy 91 € 102 €
NV Premium 102 € 106 €

Die Tarife der bekannten Marken wie Allianz und Axa sind zum Teil doppelt so teuer wie die günstigsten Pferdehaftpflichtversicherungen. Die WWK berechnet mit einer Jahresprämie von 262 Euro etwas den 2,5-fachen Betrag. Dadurch wird deutlich, dass sich ein Vergleich der Produkte bezahlt macht. Da die Tiere einzigartig sind und ihre Besitzer unterschiedliche Voraussetzungen mit sich bringen, führt ein individueller Vergleich letztendlich zu dem besten Ergebnis.