„Jetzt darf ich ENDLICH reiten lernen …“
… strahlt Anna, die sich das schon seit Jahren gewünscht hatte. Aber der Ponyhof im Nachbarort nimmt Kinder erst mit 8 Jahren in den Reitunterricht.
Das hat Anne zuerst sehr traurig gemacht. Aber sie hat das verstanden und ist oft auf den Ponyhof gegangen, einfach nur um die Ponys zu streicheln und manchmal durfte sie auch ein bisschen beim Putzen helfen. Heute aber ist sie 8 Jahre geworden und freut sich nun schon soooo lange auf das Ponyreiten, daß sie am liebsten heute schon auf den Ponyhof gehen würde.Aber zuerst braucht sie ja mal die richtige Ausrüstung. Ein Reiterhelm war als Geschenk auf ihrem Geburtstagstisch und sie hofft, daß sie von den Großeltern ein paar Reit- oder Jodhpurstiefel geschenkt bekommt, denn festes Schuhwerk über die Knöchel muß sein! Wahrscheinlich reichen für die ersten Stunden ein paar Jeans, aber wenn sie auch noch eine Reithose bekäme, wäre das natürlich klasse! Anna kann es kaum erwarten!
„Heute wird sie 8 Jahre alt und ist nun schon seit zwei Jahren angemeldet!“, denkt Erika, während sie die Kinder beobachtet, wie sie die Ponys für die heutige Reitstunde putzen, „sicherlich kommt sie spätestens morgen zur ersten Reitstunde. Sie ist ja schon oft hier gewesen und hat schon viel gelernt. Sie weiß, was und wie viel die Ponys fressen, sie hat schon beim Stall säubern und fegen geholfen. Sie hat sich zeigen lassen, wie man ein Pony putzt und sattelt und wenn man sie nicht nach Hause schicken würde, würde sie die Ponys wahrscheinlich die ganze Nacht beschmusen. Das ist eine, die bestimmt dabei bleibt.“
Erika kennt auch viele andere Kinder, die den Wunsch nicht so lange pflegen mussten, sondern sogar einfach ein eigenes Pony hingestellt bekamen. Das arme Tier war dann schnell uninteressant und wurde von dem Kind nicht mehr beachtet. Vielleicht war das Kind auch überfordert und wollte eigentlich gar nicht reiten. Sie kennt auch Eltern, die selbst Angst vor Pferden haben, aber der Meinung sind, ihre Kinder müssten reiten. Erika schüttelt darüber nur den Kopf.
Aber der kleinen Anna wird sie ein Pflegepony geben. Wahrscheinlich wäre das Shetlandpony „Sommerwind“, von allen Kindern „Sommi“ gerufen, genau das Richtige. Sommi ist brav, umgänglich und natürlich auch frech. Aber Anna wird sicher mit Sommi zurechtkommen.
Die Kinder sind fertig mit Putzen und Satteln. Erika geht von Pony zu Pony und überprüft die Sättel und das Zaumzeug. Hier und da macht sie ein paar Korrekturen oder zieht noch einen Sattelgurt fest. Aber alles in allem haben die Kinder das wieder prima hinbekommen. Gut, daß sie sich die Zeit genommen hat, den Kindern in Ruhe zu erklären, wie das funktioniert und warum das so wichtig ist, daß nichts beim Pony drückt oder klemmt.
Die Ponys mit den Kindern stehen auf der Mittellinie. Jedes Kind steigt einzeln auf. Klappt das gut und bleibt das Pony dabei stehen, kann das Kind sitzen bleiben.
Wenn nicht, darf das Kind noch mal absitzen und erneut versuchen, richtig aufzusteigen. Wenn alle Kinder im Sattel sind, legt Erika die Reihenfolge fest. Die erfahrendste kleine Reiterin darf die Abteilung anführen. Alle Ponys gehen ruhig im Schritt auf dem Hufschlag.
Die erste Übung ist das Einhalten eines Abstandes. Mindestes zwei Pferdelängen. Diesen sollen die Kinder dann in allen Bahnfiguren (ganze Bahn, durch die ganze Bahn wechseln und Zirkel) einhalten.
Nachdem alle Ponys im richtigen Abstand gehen, lässt Erika die Kinder einen großen Kreis in der Mitte, einen Mittelzirkel auf dem zweiten Hufschlag reiten. Die erste Reiterin hält an, die zweite darf überholen und hält nach ca. 5 Metern auch an. Die dritte Reiterin schlängelt sich durch die erste und die zweite und hält an usw. bis alle Ponys zweimal angehalten haben, um dann im Slalom um die anderen herumzugehen. Wenn das gut geklappt hat, kann man darauf auch ein kleines Wettspiel machen.

Slalom reiten ist nicht nur für Kinder eine Herausforderung. Häufig sieht man erfahrene Reiter unter den Erwachsenen, die nur an den Zügeln ziehen. Kinder lernen schnell, was der äußere Zügel bedeutet! Foto: Shetty-Sport Süd
Erika teilt die Abteilung in zwei Abteilungen und macht aus dem Slalomreiten einen Wettbewerb. Sie erklärt den Kindern, daß es auch Stilnoten geben wird, denn sie möchte nicht, daß die Ponys im Maul herumgerissen werden und dann geht’s los.
Begeistert spornen die Kinder die Ponys an. Da sie aber auch anhalten müssen, ist das ganze Wettspiel eher in einem ruhigen Tempo. Trotzdem jucksen die Kinder und haben einen Riesenspaß! Und die Ponys? Die Ponys sind gelassen, ausgeglichen und kaum strapaziert.
Erika freut sich schon auf die morgige Anfängerreitstunde mit Anna. So ein Kind ganz neu aufzubauen ist für sie eine große Aufgabe und sie hat vor, aus Anna eine begeisterte und gute Reiterin zu machen, die immer auch das Wohl der Ponys und später Pferde im Auge haben soll.
Fortsetzung folgt …..
- » Pferdefachwirt - Qualifikation für Fach- und Führungskräfte
- » NEU 2012: Der bekannte und beliebte K&K Weideunderstand ab sofort mit verbesserter Dachaussteifung!
- » horizont agrar stellt die großen Brüder – ranger B4, B6 und B8 des 9V-Weidezaungeräteklassikers ranger B ab dem Jahr 2012 vor
- » Für unsere Pferde nur das Beste: Futterqualität prüfen
- » Zäune – Welche Möglichkeiten hat man?
- » Herausragend im Weidezaunsortiment 2012 sind die neuen Leiter der TLDmaxTECHNOLOGY
- » „Geübt wird, was geprüft wird!“ (H.D. Donner) Ist das der Sinn vom Reiten einer Aufgabe?
- » FN-Stellungnahme zum Abreiten des Pferdes Totilas in Hagen
- » Equiberique im Elsass – die schönsten Andalusier seit über 15 Jahren
- » Bundestrainer Holger Schmezer tot















